Das Leben und Sterben eines Zahns – Zahnfäule und Parodontitis als häufigster Auslöser für Zahnverlust
Neugeborene bekommen in der Regel in einem Alter von ungefähr einem halben Jahr ihre ersten Zähne. Ein komplettes Milchzahngebiss, welches mit etwa zwei Jahren entwickelt ist, besteht aus 20 nicht bleibenden Zähnen. Bereits mit etwa 6 bis 7 Jahren verlieren Kinder sie wieder und zahn ersatz werden durch 32 bleibende Zähne ersetzt, die zahn ersatz im Idealfall bis zum Lebensende fortbestehen. Für die Mehrzahl der Menschen bleibt der dauerhafte Erhalt der zweiten Zähne aber nur ein Wunsch – im Laufe des Lebens entstehen oft Zahnlücken. Diese Makel verursachen nicht nur optische Einbußen, sie erfordern auch in jedem Fall zahnärztliche Behandlung.
Risiko Karies zahn ersatz
Manchmal ist Karies für den Verlust eines Zahnes verantwortlich. Dabei handelt es sich um eine unmittelbar den Zahn befallende Erkrankung, die durch zahnschädliche Ernährungsgewohnheiten und unzureichende Mundhygiene hervorgerufen wird. Ohne Behandlung vergrößert sich die Karies in kurzer Zeit und dringt immer tiefer in Richtung Zahnbein vor. Die Karieserreger höhlen den Zahn im Verlauf der Krankheit aus, wodurch er bei kräftigem Zubeißen zerbrechen kann. Für den Betroffenen schmerzhaft wird eine Karies dann, wenn sie bis ganz ins Zahninnere, in die sogennante Pulpa eindringen kann. Bevor der betroffene Zahn entfernt werden muss, schafft in einigen Fällen eine Wurzelbehandlung Abhilfe.
Parodontitis schädigt den Kiefer zahn ersatz
Parodontitis entsteht durch Plaque, also bakteriellen Belag, der sich zwischen Zahnfleisch und Zahn absetzt. zahn ersatz Wird dieser nicht gründlich und regelmäßig entfernt, kommt es anfangs oft zu Zahnfleischbluten und oberflächlichen Entzündungen des Weichgewebes. Unbehandelt verschlimmern sich diese Symptome und werden chronisch. Dann droht die schleichende Zerstörung des gesamten Zahnhalteapparats. Durch Entzündungen, die auf den Kieferknochen übergreifen und ihn dauerhaft schädigen, verliert der Zahn seinen Halt im Knochen und fällt letztendlich aus. Durch gewissenhafte Zahnpflege und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt kann vermieden werden, dass es soweit kommt.
Implantate vervollständigen Zahnreihen zahn ersatz
zahn ersatz Wenn Patienten durch einen Unfall oder durch eine der genannten Krankheiten einen oder mehrere Zähne verloren haben, bleibt nur der Gang zum Zahnarzt. zahn ersatz Aus zahnmedizinischer Sicht erfordern Lücken unbedingt eine Behandlung. Wenn Zahnlücken längere bestehen, bildet sich der Kieferknochen zurück. Dies schädigt umliegende und eigentlich gesunde Zähne. Eine mögliche Lösung stellen Implantate dar, die fest im Kieferknochen verankert werden. Auf diesen wird vom Arzt dauerhafter Zahnersatz aufgebracht, so dass die Gebissreihe wieder vollständig ist und die Patienten einen festen Biss zurück erhalten. zahn ersatz
Implantate werden immer beliebter
Implantate werden immer beliebter
Ein unbeschwertes Lächeln und kräftiges Kauen nach Herzenslust – entweder mit den eigenen oder mit perfekten künstlichen Zähnen. Mit Implantaten lassen sich Zähne heute optimal ersetzen. Gut verträgliche Materialien und schonende Behandlungsverfahren tragen dazu bei, dass auf Implantaten fest verankerter Zahnersatz immer beliebter wird.
Rund 450.000 künstliche Zahnwurzeln setzen Zahnärzte jedes Jahr in Deutschland ein. Sie dienen als Basis für einzelne künstliche Zähne oder als Anker für Brücken, festsitzende oder herausnehmbare Prothesen. „Implantatgetragener Zahnersatz, kommt der Natur am nächsten, deshalb fühlen sich die Patienten damit auch sehr wohl“, beschreibt Dr. Silke Liebrecht, proDente-Expertin und Oberärztin im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Köln, den Wert der künstlichen Zahnwurzeln für den Patienten.
Verträglich und haltbar
Insgesamt besteht ein implantierter Zahnersatz aus drei Komponenten: einer künstlichen Wurzel, die vom Zahnarzt in den Kieferknochen eingesetzt wird, einem Verbindungsstück und einer künstlichen Zahnkrone bzw. der Brücke oder Prothese, die im zahntechnischen Labor von hoch qualifizierten Zahntechnikern gefertigt wird.
„Zum Einsatz kommen absolut bioverträglichen Materialien, die darüber hinaus funktional und haltbar sind“, so Dr. Liebrecht. Die künstliche Wurzel besteht in der Regel aus dem Metall Titan. Sie wird in Form einer Schraube oder eines Zylinders hergestellt und ist zwischen acht und 16 Millimeter lang.
Auf dieser Zahnwurzel wird ein Verbindungsstück und anschließend der Zahn bzw. die Brücke oder Prothese befestigt. Das Verbindungsstück – auch Implantatpfosten genannt – ist meist aus Titan oder Keramik, die Zahnkrone oder -brücke wird wie eine herkömmliche Krone aus Metall mit einer Keramikverblendung oder Keramik gefertigt.
Schrittweise zu neuen Zähnen
Der Einsatz des Implantats erfolgt schrittweise: Am Anfang steht eine gründliche Untersuchung und Planung der Implantatposition. Stellt der Zahnarzt dabei Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen fest, müssen diese zuerst behandelt werden und ausheilen, bevor die Implantation beginnen kann.
Außerdem muss der Kieferknochen genügend Substanz aufweisen. Ist er zu dünn, verpflanzt der Implantologe z.B. vom Kinn Knochensplitter, welche an der betreffenden Stelle um das Implantat wieder eingesetzt werden. Werden nur geringe Mengen Knochensplitter benötigt, können diese während der Implantation gewonnen werden, indem Knochenspäne beim Bohrvorgang mit speziellen Filtern aufgefangen werden.
Eine weitere Möglichkeit bietet künstlicher Knochenersatz. Er wird meist aus Hydroxylapatit im Labor synthetisch hergestellt. Bei größeren Knochendefekten muss Eigenknochen dazugemischt werden.
Erst wenn der Kieferknochen gesund und stark ist, wird die künstliche Zahnwurzel eingesetzt, in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung. In den folgenden drei bis acht Monaten muss das Implantat einheilen und fest mit dem Kieferknochen verwachsen. Diesen Prozess kontrolliert der Zahnarzt regelmäßig. Zum Schluss werden das Verbindungsstück und die neue Zahnkrone oder Brücke eingesetzt. „Eine sorgfältige Mundhygiene ist bei Implantaten mindestens genauso wichtig wie bei den eigenen Zähnen“, mahnt Dr. Liebrecht.
Etwa jedes halbe Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung stattfinden, um eine optimale Sauberkeit und damit eine lange Haltbarkeit des Implantates zu gewährleisten.
Eine lohnende Investition
Die Kosten eines Implantats sind individuell sehr unterschiedlich. Sie hängen von der Anzahl der ersetzten Zähne und vom Umfang des notwendigen Eingriffs ab. Durchschnittlich kostet die Implantation einer künstlichen Wurzel etwa 750 bis 1.500 Euro. Darin sind die Materialkosten, das Arzthonorar und Begleitleistungen wie Röntgen enthalten. Dazu kommen noch einmal Kosten in ähnlicher Höhe für die künstliche Zahnkrone. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen den ‚befundorientierten Festzuschuss’. Das heißt, ob der Patient sich für eine Brücke oder ein Implantat entscheidet, er bekommt immer denselben Zuschuss. Für ein Einzelimplantat im Frontzahnbereich beträgt der Festzuschuss mit 20 % Bonus ca. 470.- Euro. „Trotz der vergleichsweise hohen Kosten ist ein Implantat eine lohnende Investition“, ist Dr. Liebrecht überzeugt. „Denn der Patient kann für viele Jahre so kauen und lachen wie mit seinen echten eigenen Zähnen.“
Perfekter Zahnersatz mit Grenzen
Perfekter Zahnersatz mit Grenzen
Gehen ein oder mehrere Zähne verloren – ob durch Erkrankung oder Unfall – soll möglichst perfekter Ersatz her, um dem Patienten ein ganz normales Leben zu ermöglichen. „Implantatgetragene Kronen, Brücken und Prothesen sind häufig die ideale Lösung und können auch bei schwierigen Fällen zum Einsatz kommen“, erklärt Dr. Silke Liebrecht, proDente-Expertin und Oberärztin im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Köln. Trotzdem sind auch die künstlichen Zahnwurzeln nicht für jeden Patienten geeignet.
Mit Implantaten lassen sich einzelne Zähne, Brücken und herausnehmbare Prothesen fest im Kiefer verankern. „Ihre großen Vorteile sind der sichere Halt und die Lebensqualität, die sie dem Patienten damit bieten: jungen wie älteren“, so Dr. Liebrecht. Denn eine Altersgrenze für Implantationen gibt es nicht. Grundsätzlich sind sie nach Abschluss des Wachstums – bei Frauen etwa ab 18, bei Männern ab 20 Jahren – jederzeit möglich. „Wenn der Patienten gesundheitlich fit genug für den Eingriff ist, steht dem auch im hohen Alter nichts im Weg“, erläutert Dr. Liebrecht.
Einschränkungen durch Krankheiten
Dennoch sind auch dem Einpflanzen künstlicher Zahnwurzeln Grenzen gesetzt: Bei bestimmten Erkrankungen kommen Implantate nicht in Frage. Dazu zählen unter anderem Störungen der Blutgerinnung, bestimmte Knochenleiden, eine unbehandelte oder nicht gut eingestellte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Einschränkungen gibt es auch im Falle von Drogen- und Medikamentenmissbrauch sowie bei Rauchern: „Dann ist das Risiko erheblich größer, dass die künstliche Wurzel nicht richtig einwächst oder nach dem Einheilen vorzeitig verloren geht.“
Zahnarzt sorgt für gewissenhafte Vorbereitung
Vor einer Implantation müssen Entzündungen an Zähnen, Zahnfleisch oder Mundschleimhaut unbedingt behandelt werden und ganz ausheilen. Alle geschädigten Zähne sollten saniert sein, außerdem untersucht der Zahnarzt besonders gründlich den Kieferknochen: Denn, wenn nicht genügend Knochensubstanz vorhanden ist, kann die künstliche Zahnwurzel nicht fest verankert werden. Altersbedingter Knochenschwund (Osteoporose) spricht allerdings nicht grundsätzlich gegen eine Implantation.
Hat sich der Knochen bereits zurückgebildet – beispielsweise durch das langfristige Tragen einer herausnehmbaren Prothese –, kann der Zahnarzt den Kieferknochen sogar wieder aufbauen. Dazu eignet sich neben Knochenersatzmaterial besonders gut körpereigener Knochen, der in kleineren Mengen in einem ambulanten Eingriff aus dem benachbarten Kieferknochen oder aus dem Kinn entnommen werden kann. Größere Mengen werden dagegen aus dem Becken des Patienten gewonnen und an der betroffenen Stelle eingesetzt. Diese Behandlung ist aber mit einem stationären Aufenthalt verbunden. Im Unterkiefer besteht die Möglichkeit, Kieferknochen über Dehnungsschrauben zu gewinnen. Erst wenn der transplantierte Knochen nach mehreren Monaten eingeheilt ist, kann der Zahnarzt die künstliche Zahnwurzel einsetzen.
Gute Erfolgsaussichten
Bei einer guten Vorbereitung wächst die künstliche Zahnwurzel in der Regel problemlos ein und bleibt dem Patienten viele Jahre lang erhalten. „Langzeituntersuchungen zeigen, dass nach 15 Jahren noch 75-90% der Implantate und der darauf verankerte Zahnersatz erfolgreich im Mund sind“, so Dr. Liebrecht. „Dazu ist natürlich eine sorgfältige Pflege des Zahnersatzes durch den Patienten erforderlich.“ Dann können die künstlichen genau wie die eigenen Zähne benutzt werden und der Patient nimmt seinen Zahnersatz gar nicht mehr wahr.
